Beim Siebdruck wird die Farbe für jede Motivfarbe einzeln durch ein Sieb auf den Stoff aufgetragen. Das Ergebnis sind sehr brillante, deckende Farben; das Verfahren ist wirtschaftlich bei grossen Auflagen mit wenigen Farben, jedoch weniger geeignet für Farbverläufe und Fotos. Der Siebdruck zählt zu den traditionsreichsten Textildruckverfahren und war lange das Standardverfahren der Fahnenherstellung, bevor der Digitaldruck viele Anwendungen übernommen hat.
Grundlage ist ein feinmaschiges Gewebe (das «Sieb»), das straff in einen Rahmen gespannt und mit einer lichtempfindlichen Schicht versehen wird. Über ein Filmpositiv wird das Motiv auf diese Schicht belichtet: An den Motivstellen bleiben die Maschen offen, die übrigen Bereiche werden farbundurchlässig. Beim Druck zieht eine Rakel (ein Gummiwischer) die Farbe über das Sieb und presst sie durch die offenen Maschen auf das Fahnentuch. Für jede Farbe sind ein eigenes Sieb und ein eigener Druckgang erforderlich, wobei die Farben passgenau übereinanderliegen müssen. Abschliessend wird die Farbe fixiert, damit sie wasch- und wetterfest ist.
Klassische Einsatzgebiete sind grosse Serien mit flächigen Motiven: Nationsfahnen und Kantonsfahnen, einfache Logofahnen sowie Grossaufträge für Städte, Verbände und Veranstalter. Hinweise zur Datenanlage — insbesondere zu Volltonfarben und Vektordaten — gibt die Seite Datenaufbereitung.
Vergleich: Digitaldruck