Inhaltsverzeichnis
2.2 Druckarten
Die Wahl der Druckart gehört zu den wichtigsten Entscheidungen bei der Herstellung einer bedruckten Fahne. Sie beeinflusst die Farbwirkung und Detailtreue des Motivs, die Haltbarkeit im Ausseneinsatz und nicht zuletzt die Wirtschaftlichkeit des Auftrags. In der Fahnenproduktion haben sich zwei Verfahren etabliert: der Digitaldruck, der das Motiv direkt aus der Druckdatei auf das Gewebe überträgt, und der klassische Siebdruck, bei dem jede Farbe einzeln über eine Schablone aufgetragen wird. Beide Verfahren ergänzen sich: Der Digitaldruck punktet bei fotorealistischen Motiven, Farbverläufen und kleinen bis mittleren Auflagen, der Siebdruck bei grossen Serien mit wenigen, kräftigen Volltonfarben (einzeln angemischte, flächig gedruckte Farben). Eine Übersicht über die grundsätzlichen Veredelungstechniken — Bedrucken, Sticken und Weben — bietet das Kapitel Herstellungstechniken.
Seiten
- Digitaldruck — fotorealistischer Druck (bei Polyester per Thermosublimation), ideal für komplexe Motive und kleinere Auflagen
- Siebdruck — klassisches Schablonenverfahren mit brillanten Volltonfarben, wirtschaftlich bei grossen Serien
Kriterien für die Wahl des Verfahrens
- Auflage: Je grösser die Stückzahl, desto eher lohnt sich der Einrichtungsaufwand des Siebdrucks; Einzelstücke und Kleinserien sprechen für den Digitaldruck.
- Motiv: Fotos, Verläufe und feine Details verlangen nach Digitaldruck; flächige Logos mit wenigen Farben eignen sich für beide Verfahren.
- Farbtreue: Definierte Haus- und Sonderfarben lassen sich im Siebdruck besonders exakt und wiederholgenau treffen.
- Material: Die Thermosublimation — das übliche Digitaldruckverfahren, bei dem die Farbe mit Hitze dauerhaft in die Faser eingedampft wird — ist auf Polyestergewebe ausgelegt; geeignete Stoffe zeigt die Übersicht Materialien.
Für die Anforderungen an die Druckdaten siehe Datenaufbereitung; den Weg vom Auftrag bis zur fertigen Fahne beschreibt die Seite Ablauf.
