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Traditionsvereine

Traditionsvereine führen repräsentative, häufig gestickte Fahnen mit Wappen und Jahreszahl. Sie werden bei Umzügen und Zeremonien getragen; zur Technik siehe Sticken.

Zu den Traditionsvereinen zählen in der Schweiz insbesondere Musikgesellschaften und Blasmusiken, Gesangvereine, Chöre und Jodlerklubs, Schützengesellschaften, Turnvereine, Trachtengruppen, Zünfte, Feuerwehr- und Samaritervereine sowie Studentenverbindungen. Für sie ist die Vereinsfahne das zentrale Symbol ihrer Geschichte: Sie verkörpert Herkunft, Werte und Zusammenhalt und wird über Generationen weitergegeben.

Merkmale der klassischen Vereinsfahne

  • Format: meist quadratisch oder annähernd quadratisch, in einer Grösse, die sich vom Fähnrich gut tragen lässt; siehe Formen und Grössen.
  • Motiv: Wappen von Ort oder Kanton, Vereinssymbole wie Instrument, Schützenscheibe oder Turnzeichen, Vereinsname, Gründungsjahr und teils eine Devise; zur Wappenkunde siehe Heraldik-Vertiefung.
  • Ausführung: aufwendige Stickerei, teils mit Gold- und Silberfäden, oft zweilagig gearbeitet, sodass Vorder- und Rückseite unterschiedliche Motive tragen können; vergleiche Abzeichen und gestickte Fahnen.
  • Konfektion: Fransenborte, Kordel mit Quasten, Fahnenstock mit Zierspitze; dazu kommen Fahnenbänder, die an Jubiläen und Festen gestiftet werden und die Geschichte des Vereins dokumentieren. Passendes Zubehör: Zubehör und Befestigung.

Brauchtum rund um die Fahne

Die Einführung einer neuen Fahne wird mit der Fahnenweihe gefeiert, traditionell begleitet von einem Patenverein sowie Fahnengotte und Fahnengötti. Getragen wird die Fahne vom Fähnrich, an grossen Anlässen unterstützt von einer Fahnendelegation. Bei Beerdigungen von Mitgliedern erweist die Fahne mit Trauerflor die letzte Ehre; an Festakten und Umzügen wird sie zum Gruss geschwenkt oder gesenkt. Mehr zur symbolischen Bedeutung solcher Rituale erläutert die Seite Symbolik und Bedeutung.

Alte Fahnen: Aufbewahrung und Restaurierung

Historische Vereinsfahnen sind textile Zeitzeugen und entsprechend empfindlich. Zwischen den Einsätzen gehören sie in eine Schutzhülle oder einen Fahnenschrank – trocken, dunkel und ohne scharfe Faltkanten; Einzelheiten unter Pflege und Lagerung. Beschädigte Stickereien und brüchige Stoffe sollten fachgerecht restauriert statt behelfsmässig geflickt werden. Viele Vereine stellen ihre früheren Fahnen im Vereinslokal aus oder übergeben sie Museen und Sammlungen; einen Blick auf die lange Entwicklung der Fahnen insgesamt bietet die Seite Geschichte der Fahnen.

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