Inhaltsverzeichnis
Weben
Beim Weben entsteht das Motiv direkt in der Gewebestruktur. Gewebte Fahnen sind sehr langlebig und meist beidseitig gut lesbar, jedoch in der Motivkomplexität begrenzt. Es ist die traditionsreichste und materialtechnisch dauerhafteste Art, ein Fahnenbild zu erzeugen: Die Farbe liegt nicht auf dem Stoff – sie ist der Stoff.
Funktionsprinzip
Ein Gewebe besteht aus Kettfäden (in Längsrichtung) und Schussfäden (in Querrichtung). Werden durchgefärbte Garne verschiedener Farben nach einem programmierten Muster verkreuzt – bei figürlichen Motiven auf Jacquard-Webmaschinen –, bildet sich das Motiv unmittelbar im Tuch. Weil die Garne bereits vor dem Weben durchgefärbt sind, sitzt die Farbe in der Faser selbst: Sie kann weder abblättern noch auswaschen und bleicht auch unter Sonneneinstrahlung nur langsam aus.
Eigenschaften
- Beidseitigkeit: Das Motiv erscheint auf beiden Seiten nahezu gleichwertig (rückseitig spiegelverkehrt) – ganz ohne Doppeltuch.
- Langlebigkeit: ideal für die Dauerbeflaggung im Aussenbereich.
- Begrenzte Motivfreiheit: Farbzahl und Detailauflösung sind durch Garnfarben und Bindung limitiert; Farbverläufe und Fotomotive sind nicht möglich.
- Wertige, textile Optik mit spürbarer Gewebestruktur.
Typische Anwendungen
Gewebt werden vor allem grafisch klare Motive mit wenigen Farben: klassische Hoheitszeichen wie National-, Kantons- und Gemeindefahnen oder dauerhaft gehisste Firmenfahnen mit einfachem Signet. Für detailreiche Logos und Verläufe ist das Bedrucken die richtige Wahl, für reliefartig-edle Embleme das Sticken.
