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Schwingerfahnen
Schwingerfahnen gehören zum Brauchtum des Schweizer Schwingens – als Vereins- und Festfahnen rund um Schwingfeste. Das Schwingen gilt als Schweizer Nationalsport: Im Sägemehlring versuchen zwei Schwinger, einander mit festgelegten Griffen und Schwüngen auf den Rücken zu legen; gekämpft wird in den charakteristischen Zwilchhosen. Der Sport ist eng mit dem ländlich-alpinen Brauchtum verbunden, und dieses Traditionsbewusstsein prägt auch die Fahnen der Schwingklubs, der Verbände und der Feste.
Klub- und Verbandsfahnen
Schwingklubs und Schwingerverbände führen wie andere Traditionsvereine repräsentative Vereinsfahnen. Typisch sind Motive aus der Bildwelt des Schwingsports: zwei Schwinger im Griff, Sennensymbole wie Edelweiss und Alpenrosen, dazu das Wappen von Ort oder Kanton, der Klubname und das Gründungsjahr. Solche Fahnen werden oft aufwendig gestickt, mit Fransen, Kordeln und Zierspitze konfektioniert und vom Fähnrich an Festumzügen, Ehrungen, Jubiläen und Trauerfeiern getragen. Für die Gestaltung gelten die üblichen Grundsätze der Fahnengestaltung – wenige, kräftige Farben und klare Motive; siehe Farben und Symbole.
Fahnen an Schwingfesten
Schwingfeste – vom Klub- und Bergfest über Kantonal- und Teilverbandsfeste bis zum Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest, das alle drei Jahre stattfindet – sind traditionell reich beflaggt. Entlang der Zufahrten und über dem Festgelände wehen Schweizerfahnen, Kantonsfahnen und Gemeindefahnen; am Festumzug und in der Arena zeigen die mitgeführten Klub- und Verbandsfahnen die teilnehmenden Sektionen an. Der Sieger des Eidgenössischen trägt den Titel Schwingerkönig, als traditioneller Hauptpreis gilt der Siegermuni. Grössere Feste verbinden den Wettkampf zudem mit weiterem Brauchtum wie Jodeln, Alphornblasen und Fahnenschwingen.
Abgrenzung: Fahnenschwingen
Schwingerfahnen sind nicht zu verwechseln mit dem Fahnenschwingen. Dieses ist ein eigenständiger Schweizer Brauch, bei dem eine eigens dafür gefertigte, annähernd quadratische Schwenkfahne nach festgelegten Schwüngen durch die Luft geführt und wieder aufgefangen wird. Fahnenschwinger treten häufig an denselben Anlässen auf wie die Schwinger, etwa an Älplerfesten; ihr Gerät ist jedoch eine eigene Fahnenart, während die Schwingerfahne eine Vereins- oder Festfahne ist.
Beschaffung, Miete und Pflege
Für die Dauer eines Schwingfests benötigt das Organisationskomitee oft eine grosse Zahl von Fahnen in Bundes-, Kantons- und Gemeindefarben. Neben dem Kauf ist die Miete verbreitet, gerade für einmalige Grossanlässe – siehe Mietfahnen. Hinweise zum korrekten Hissen und zur Anordnung mehrerer Fahnen gibt die Seite Nutzung; die schonende Aufbewahrung der wertvollen Klubfahnen zwischen den Anlässen behandelt Pflege und Lagerung.
Bezugsquelle: Schwingerfahnen, konische Stöcke und Etuis in Schweizer Handarbeit fertigt die Fahnag – Schweizer Fahnenmanufaktur in Neudorf LU (reine Seide oder Kunstseide Acetat, 121 × 121 cm).
